Anne-Kathrin Marx

Aufbau

Aufbau. Was du wirklich brauchst, um dich selbstständig zu machen.

Ich habe mich vorher nicht belesen. Bei mir war es eine Bauchentscheidung. Ich hatte mein Nebengewerbe, ich hatte einen Job, der nicht mehr zu mir gepasst hat, und ich habe gedacht, entweder jetzt oder nie. Also haben wir uns geeinigt, dass ich in der Probezeit gehe, und dann habe ich einfach angefangen.

Was ich danach gelesen habe, war überall dasselbe. Gewerbe anmelden, Businessplan schreiben, Logo machen, Webseite bauen, Instagram starten. Eine Liste, die dich damit allein lässt. Abgehakt und trotzdem kauft niemand.

Was mir gefehlt hat, war jemand, der mir sagt, in welcher Reihenfolge das sinnvoll ist, was davon in den ersten Monaten überhaupt keine Rolle spielt und wo das Geld wirklich herkommen soll. Genau das ist diese Seite.

Die Reihenfolge, die niemand aufschreibt

Die drei Dinge, an denen es wirklich hängt.

Nüchtern betrachtet scheitern Gründungen im ersten Jahr nicht am Logo und nicht an der Webseite. Sie scheitern daran, dass kein Angebot da ist, das jemand versteht und bezahlt, daran, dass das Geld für die ersten sechs Monate nicht reicht, und daran, dass die Gründer und Gründerinnen alles allein tragen und nach vier Monaten mit dem Kopf gegen die Wand läuft.

Das Angebot kommt zuerst

Nicht die Marke, nicht der Kanal, nicht das Tool. Ein Satz, der sagt, für wen du was löst und was es kostet. Wenn du den Satz nicht hast, hilft dir keine Webseite der Welt und wenn du ihn hast, reicht am Anfang eine einzige Seite. Wie du prüfst, ob dein Satz trägt, steht weiter unten.

Dann die Finanzierung der ersten Monate

Es gibt in Deutschland mehr Förderung für den Start, als die meisten wissen, und die meisten davon müssen vor der Gründung beantragt werden. Wer erst gründet und dann fragt, hat die Hälfte davon schon verloren. Was es gibt und was davon zu dir passt, steht auf der Förderseite.

Und drittens ein Ablauf, der ohne Motivation funktioniert

Die Motivation ist irgendwann weg, verlässlich, meistens im dritten Monat. Dann hilft dir kein guter Vorsatz, sondern eine feste Reihenfolge, die auch an einem miesen Dienstag noch funktioniert. Wenn du erst überlegen musst, was heute dran ist, machst du gar nichts.

Damit du dir die Umwege sparst

Was in den ersten sechs Monaten keine Rolle spielt.

Das perfekte Logo. Die Farbpalette. Der Podcast. Der Funnel mit fünf Stufen. Die dritte Zielgruppe. Das alles darf später kommen und vieles davon kommt nie, weil du in sechs Monaten schlauer bist als heute.

Was ich in dieser Phase immer wieder sehe: Es wird gebaut, weil Bauen sich nach Arbeit anfühlt und Verkaufen sich nach Zumutung anfühlt. Ich kenne es von mir selbst. Es ist trotzdem falsch herum.

Der häufigste Weg und ein guter

Wenn du nebenberuflich anfängst.

Ein großer Teil der Frauen, mit denen ich arbeite, gründet neben dem Job. Das ist kein halber Weg, das ist oft der klügere, weil das Gehalt den Druck rausnimmt und du in Ruhe testen kannst, ob jemand zahlt.

Was dabei anders läuft: Du hast weniger Zeit, also muss der Aufbau von Anfang an so gebaut sein, dass er ohne dich weiterläuft. Und du musst früher als andere entscheiden, wann der Nebenberuf zum Hauptberuf wird, weil sonst beides auf Dauer halb bleibt.

Rechtlich brauchst du in den meisten Fällen die Zustimmung deines Arbeitgebers, steuerlich bist du ab dem ersten Euro Unternehmer oder Unternehmerin. Was das für Anmeldung, Umsatzsteuer und die Kleinunternehmerregelung heißt, steht im Glossar.

Und der Teil, den keine Liste abnimmt

Irgendwann musst du die Zähne zusammenbeißen und anfangen zu verkaufen, auch wenn nichts fertig ist. Das ist bedeutend einfacher, wenn du nichts drumherum hast und für niemanden außer dich selbst Verantwortung trägst. Wenn du ein Kind hast, Tiere, einen Haushalt und einen Partner oder eine Partnerin mit eigenem Job, dann gilt derselbe Satz und er kostet dich das Doppelte. Wie das bei mir aussah, steht auf der Seite zum Gründungszuschuss.

Der erste Schritt

Bevor du irgendetwas baust: Prüf dein erstes Angebot.

Ein Satz, ein Preis, eine Zielgruppe. Der Produkt-Check geht mit dir durch, ob dein Angebot so klar ist, dass jemand es versteht und bezahlt. Kostenlos, gegen deine E-Mail-Adresse.

Prüf dein erstes Angebot
Workshops30 Minuten, kostenlos